Stellungnahme – Presa di posizione

Ich habe nicht vor, die Polemik fortzusetzen, die von der Tageszeitung Dolomiten frei erfunden wurde und mich persönlich auf falsche und einschüchternde Weise attackiert hat. Denn je mehr man darüber redet, desto eher werden die Absichten dieser erbärmlichen Aktion erfüllt.

Die Absurdität der “Vorwürfe” ist derart offensichtlich, dass jegliche Argumente dafür unmöglich sind. Wenn man bei der OSZE auch nur indirekt über Südtirol reden würde, würde man sich hinsichtlich der Probleme der Minderheiten in Mittel- und Osteuropa, im Kaukasus, in Zentralasien lächerlich machen. Und dass der Präsident des Beratenden Ausschusses des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten beim Europarat sagen würde, dass es keinen Minderheitenschutz mehr brauche, wäre – gelinde ausgedrückt – merkwürdig.

Natürlich habe ich viele Sachen gesagt, die Herrn Gstrein wohl missfallen haben, und dies bestätigt mir, dass die Sachen wahrscheinlich richtig sind. Aber ich habe schlicht nicht jene Worte gesagt, die man mir in den Mund legt.

Wer mich, meine wissenschaftliche und jetzt auch meine politische Arbeit kennt, weiß genau, was ich von unserer Autonomie halte und was ich dafür mache. Ich halte an meinen Standpunkten fest, auch an den kritischen, und bin immer bereit, über meine Thesen zu diskutieren. Aber es hat keinen Sinn, Positionen zu “verteidigen”, die man nie bezogen hat, denn dies würde genau jenen “Prozess” anschüren, den man lostreten will. Es wäre als würde man jemanden als Verbrecher bezeichnen, und verlangen, dass er “sich rechtfertige”. Dies ist ein Spiel, bei dem ich nicht mitspielen will, ich habe nicht vor, mich auf dieses Niveau herabzulassen, und einigen dabei die Genugtuung zu schenken, in die Falle der nichtigen Polemiken zu tappen. Und ich lade all jene, die mich und meine Arbeit kennen, dazu ein, es mir nachzumachen.

Gewiss ist: Wenn dies die Probleme unseres Landes sind, dann leben wir wirklich auf einer Insel der Seligen, und umso uninteressanter sind wir für die OSZE (außer vielleicht für ihren Vertreter für die Medienfreiheit). Wenn dies aber die Methoden sind, mit denen man “arbeitet”, haben wir ein gravierendes Problem.


Non ho intenzione di dare ulteriore seguito alla polemica costruita ad arte dal quotidiano Dolomiten con un attacco falso e intimidatorio nei miei confronti. Perché più se ne parla, più l’obiettivo di questa azione meschina viene raggiunto.

L’assurdità delle “accuse” è talmente palese da rendere impossibili argomenti di merito. In sede OSCE parlare anche solo indirettamente di Alto Adige significherebbe rendersi ridicoli di fronte ai problemi delle minoranze nell’Europa centro-orientale, nel Caucaso, in Asia centrale. E che il presidente del comitato consultivo sulla convenzione quadro per la tutela delle minoranze nazionali del Consiglio d’Europa dica che non serve più la tutela delle minoranze sarebbe a dir poco curioso.

Naturalmente ho detto molte cose che non saranno piaciute al sig. Gstrein, il che mi conferma che sono probabilmente giuste. Ma semplicemente non ho detto quanto mi si attribuisce.

Chi conosce me, il mio lavoro scientifico e ora anche politico sa bene cosa penso e cosa faccio per la nostra autonomia. Rivendico tutte le mie posizioni, anche le più critiche, e sono sempre disponibile ad argomentare le mie tesi. Ma non ha senso “difendere” posizioni mai espresse. Perché questo alimenta un “processo” che è proprio quello che si vuole mettere in atto. Come dare del delinquente a qualcuno ed esigere che sia lui a “discolparsi”. Non è un gioco a cui intendo partecipare, non intendo abbassarmi a questi livelli e dare la soddisfazione di cadere nella trappola di polemiche sul nulla. Invito chi conosce me e il mio lavoro a fare altrettanto.

Certo, se questi sono i problemi della nostra terra siamo davvero un’isola felice, e men che meno interessiamo all’OSCE (tranne forse al suo rappresentante sulla libertà dei media). Se questi però sono i metodi con cui si “lavora”, allora abbiamo un grosso problema.

Francesco Palermo

 

Gegendarstellung zu den Artikeln in der Tageszeitung Dolomiten vom 31. Oktober 2015

Die Worte, die mir die Tageszeitung Dolomiten von heute (31. Oktober) in den Mund legt, sind inhaltlich falsch und journalistisch bedenklich. Inhaltlich stimmt kein einziges Wort und umso weniger die damit gemeinte Botschaft. Südtirol wurde übrigens nicht genannt. Journalistisch finde ich es sehr problematisch, dass ich nicht befragt wurde. Da ich nie glauben werde, dass die freie Presse aus eigenen politischen Interessen jemanden angreifen kann, dann ist eine einzige Erklärung möglich: dass die Berichterstatter der englischen Sprache, in der mein Vortrag gehalten wurde, nicht mächtig genug sind.

Sollte jemand sich für Inhalte interessieren, stehe ich gerne dafür zur Verfügung. Informationen zur Tagung: http://www.osce.org/odihr/shdm_3_2015

Neben der Verkennung meiner Aussage ist dem Journalisten im Artikel „Palermo: In Zukunft kein Minderheitenschutz nötig“ noch ein weiterer, gravierender Fehler unterlaufen. Zum wiederholten Mal wurde ich als PD-Senator bezeichnet, obwohl ich in den Medien immer wieder meine Parteilosigkeit unterstreiche. Ich bin es leid, nach zweieinhalb Jahren noch gegen diese falsche Attribuierung kämpfen zu müssen. Hinter dieser Etikettierung mit einer Partei, der ich nicht angehöre, verbirgt sich ein sehr komplexes Denkmuster, das mir persönlich missfällt. Vor einiger Zeit habe ich nach der wiederholten PD-Betitelung in der Presse einen Beitrag auf meiner Website darüber geschrieben, warum mich diese parteipolitische Einordnung stört und wieso ich mich in diesem Kampf gegen Windmühle nicht geschlagen gebe: http://wp.me/p33FzE-sI

Francesco Palermo

 

Schutz der Sinti und Rom, Studenten außerhalb des Studienorts, Wahlgesetz und neue Aufgabe

Francesco Palermo erklärt seine Gesetzentwürfe für den Schutz der Sinti und Rom als nationale Minderheiten und für die Gewährleistung des Wahlrechtes für Studenten außerhalb des Studienortes, und er erklärt den Stand der Dinge in Sachen Wahlgesetz. Senator Palermo ist zum Vorsitzenden des Ausschusses für die Gutachten der Verfassungskommission nominiert worden. “Es handelt sich um eine “unbezahlte” technische Aufgabe, die vor allem darin besteht, die Gründe für die Entscheidungen des Ausschusses bezüglich der Verfassungskonformität der ihm unterbreiteten Entwürfe zu erklären.”